Bluescreens sind eine nervige Angelegenheit, wie jeder weiß der schon einmal das Vergnügen hatte und nächtelang nach dem Fehler gesucht hat. Angenehme Ausnahmen wie nebenstehendes Bild, bestätigen leider nur die Regel. Doch keine Angst, in vielen Foren kann man schnelle und sehr kompetente Hilfe bekommen, die das eigene Problem (durch Hard- oder Software bedingt) identifizieren können. Doch auch diese lieben Menschen können nur helfen wenn man seine Bluescreens (kurz: BSOD) ausreichend dokumentiert. Beherzigt man dies, ist einem in aller Regel schnell geholfen und man hat Gewissheit über die Ursache des Problems oder über die Tatsache, dass man seinen Geldbeutel für neue Hardware etwas strapazieren muss. ;) Folgende Anleitung soll eine kleine Hilfestellung sein, wie man schnell und ausführlich seine Probleme festhalten und dokumentieren kann, so dass sich die helfenden Hände äh, ich meine Augen des Internets einen Überblick verschaffen können.
Anmerkung: Ich habe die Schritte mit Windows 7 nachvollzogen. Es können also leichte Abweichungen vorhanden sein, wenn man die Anleitung unter Vista nachvollzieht.
Speicherabbild – richtig konfigurieren
Als erstes widmen wir uns der richtigen Konfiguration des Speicherabbildes, welches erstellt wird sobald ein Bluescreen das gesamte System anhält. Wir wollen die Art des Speicherabbildes bestimmen und den Ort an dem es gespeichert wird. Dazu gehen wir in die Systemsteuerung, dann auf System und Sicherheit, System und dort auf Erweiterte Systemeinstellungen. In dem Fenster (Systemeigenschaften) das sich nun geöffnet hat, gehen wir im aktuellen Reiter (Erweitert) auf Einstellungen bei Starten und Wiederherstellen. Wieder öffnet sich ein Fenster (Starten und Wiederherstellen) und wir sind endlich am Ziel. Hier interessieren uns nicht die Aktionen bei einem Systemstart, sondern die bei einem Systemfehler. Dort nimmt man dann die Einstellungen entsprechend dem Screenshot rechts vor (Kernelspeicherabbild wählen).
Den Haken bei Automatisch Neustart durchführen kann man meiner bescheidenen Meinung nach getrost weglassen. Man hat nur unnötigen Stress wenn der Rechner gleich neu gestartet wird nachdem das Kernelspeicherabbild erstellt wurde, da kaum Zeit bleibt den BSOD zu fotografieren (und wer hat schon jederzeit seine Digicam griffbereit neben sich liegen, ganz zu schweigen von der DSLR).
Anmerkung: Der Pfad zum Kernelspeicherabbild (memory.dmp) ist standardmäßig auf den Windows Ordner auf der Systempartition eingestellt (%SystemRoot%\MEMORY.DMP). D.h. C:\Windows\ für die, die es noch nicht wussten.
Damit ist man schon mal für, ich würde sagen 70% aller Fälle, auf der sicheren Seite was die Dokumentation eines BSOD angeht. Das soll heißen: Mit dem Foto vom BSOD, für welches man jetzt genügend Zeit hatte, und dem Kernelspeicherabbild, kann man ins nächste Windows Forum seiner Wahl gehen und kann ziemlich sicher sein, dass einem geholfen werden kann. Falls dem nicht so ist, hat man sich auf jeden Fall einen peinlichen Auftritt à la “Hatte nen Bluescreen, brauche dringend Hilfe. Jetzt SOFORT!!!” erspart. Das langt nicht? Nun gut, dann gibt es noch eine bessere Methode im nächsten Abschnitt.
Debugging Tools für Windows 32-Bit Versionen
Bei meinem letzten Bluescreen war mein System schon wie oben beschrieben konfiguriert aber ich konnte nichts finden was auf eine Lösung meines Problems hindeutete. Im Forum von Dr. Windows bin ich dann aber fündig geworden. Es gibt ein Tool von Microsoft, dass das Kernelspeicherabbild (Memory.dmp) analysieren kann: Die Debugging Tools für Windows 32-bit Versionen. Wie man diesen kleinen Helfer verwendet, erklärt sich fast von selbst. ;)
Nachdem wir das Tool runter geladen und installiert haben, legen wir zuerst einen Ordner “symbols” an. Wo wir das machen ist eigentlich egal aber die Systempartition bietet sich an. Nun Öffnen wir das Programm und gehen auf File > Symbol File Path… und geben dort folgendes ein.
Anmerkung: Unter Win Vista und Win 7 muss man das Programm als Administrator ausführen, da sonst die memory.dmp nicht geöffnet werden kann.
SRV*C:\debuggingtools\symbols*http://msdl.microsoft.com/download/symbols
Der Pfad zum Ordner symbols entspricht natürlich dem, den ihr angelegt habt. In meinem Fall also C:\debuggingtools\symbols. Alle Informationen, die das Debugging-Tool braucht lädt es somit automatisch von Microsoft runter in den Ordner symbols.
Jetzt öffnen wir noch per File > Open Crash Dump… das Kernelspeicherabbild (memory.dmp) und der Debugger setzt sich in Bewegung. Anschließend klicken wir, wie im Screenshot zu sehen ist, auf !analyze –v und erhalten kurz darauf eine eindeutige Angabe welche Datei die Bluescreens verursacht.
Jetzt kann man sich ins Forum seiner Wahl begeben und auf Hilfe hoffen oder den entsprechenden Treiber bzw. das Programm, welches dazu gehört gleich deinstallieren und man hat seine Ruhe.
Abschnitt 2 gefunden via Dr. Windows. Vielen Dank.
Hinterlasse einen Kommentar
Die letzten Beiträge
Veebeam: Die clevere HTPC Alternative
31/03/2011 • Filmfreaks haben es beileibe nicht leicht. Warum? Bei der Auswahl an verschiedenen Möglichkeiten in den Genuss seiner Lieblingsfilme im Heimkino zu kommen, kann einem schnell schwindelig werden. Ein HTCP stellt sicher die eleganteste Lösung dar, ist aber nicht gerade billig. Alternative zu HTPCs Neben den klassischen und neuen Medien aka DVD und... mehr lesen...
Atemberaubende Nachtaufnahmen
27/02/2011 • Jakob Wagner ist nicht nur ein halber Namensvetter, sondern auch der Mann hinter einigen eindrucksvollen Nachtaufnahmen. Besonders seine Motive von Kapstadt stechen dabei aus der Vielzahl an Aufnahmen von Städten bei Nacht besonders hervor. mehr lesen...
Makaken im Jigokudani Park
25/02/2011 • Verflucht, mich hat's erwischt. Will sagen, ich bin krank. Und wenn ich die Möglichkeit hätte, würde ich jetzt gerne in einer heißen Quelle sitzen, wie diese Makaken im Jigokudani Park in der Präfektur Nagano in Japan. Bekannt ist der Park vor allem aufgrund seiner großen Population an japanischen Makaken Schneeaffen. Wie... mehr lesen...
Das transparente iPhone 4
25/02/2011 • Wer Besitzer eines iPhone 4 ist, wird sich eventuell geärgert haben, dass die weiße Version so lange auf sich warten lies. Wer den Anblick des Einheitsschwarz bzw weiß satt hat, kann aber auch zum Farbverdünner greifen. Denn der ist nötig um so ein schickes transparentes iPhone 4 sein Eigen nennen zu... mehr lesen...








