Die Einen lieben, die Anderen hassen sie aber jeder kennst sie, die Funktion zur Markierung von Freunden auf Fotos bei Facebook. Was bisher einfach nur lästig oder lustig sein kann, könnte schon bald ein einträglicher neuer Werbebereich und noch mehr für Facebook werden. Ein paar Gedanken zum Thema Gesichtserkennung.
Ich bin gerne und oft bei Facebook. In Bezug auf die private Kommunikation im Netz hat der integrierte Chat und die Nachrichtenfunktionalität im “Gesichtsbuch” meinen Email-Verkehr schon vor langer Zeit überflügelt. Allerdings habe ich es auch von der ersten Stunde an vorgezogen kein öffentliches Profil zu haben – wem und welche Informationen ich über mich preisgebe überlege ich mir trotz meines Faible für soziale Netzwerke sehr genau. Aus diesem Grund bekommen die wenigen Fotos, die von mir online sind auch nur enge Freunde von mir zu Gesicht. Dass explizit und sehr umfangreich gefiltert werden kann, wer was zu Gesicht bekommt, ja das ist ein wichtiger Faktor für mich und der Grund gewesen mich von studiVZ zurückzuziehen (welche Funktionen es dort mittlerweile gibt weiß ich nicht und es interessiert mich auch nicht).
Nur ein guter Algorithmus oder doch Gesichtserkennung?
Markierungen von Personen in Fotos verteile ich natürlich auch, bestimme aber selbst wer das mit mir machen darf. Als ich letztens jedoch ein und dieselbe Person auf mehreren unterschiedlichen Fotos markierte, fiel mir auf, dass ich besagten Kontakt bei der ersten zu vergebenden Markierung in meiner aufpoppenden Kontaktliste noch suchen musste. Bei der Zweiten stand der Kontakt schon unter den ersten fünf und anschließend ganz oben. Als erstes geht man jetzt natürlich davon aus, dass lediglich die letzte markierte Person immer weiter in der Liste nach oben wandert oder dass, die bereits von Anderen markierten Personen, im Album mit der eigenen Freundesliste verglichen werden.
Stutzig macht mich aber, dass das Ganze in anderen Alben, in denen es noch keine Markierungen gibt, auch recht gut funktioniert. Beweisen kann ich diese Vermutung natürlich nicht. Vielleicht werde ich auch paranoid, wer weiß…
PhotoTagger
Denke ich aber an die Anwendung PhotoTagger, die es schon seit einem Jahr für Facebook gibt, bin ich mir nicht so sicher, ob Facebook nicht die ersten Testläufe mit eigener Gesichtserkennung im Hintergrund gestartet hat. Die Technik ist auf jeden Fall vorhanden und die sich daraus ergebenden Möglichkeiten im Bereich einer erweiterten personenspezifischen Werbung oder einer Anlage von umfangreichen Benutzerprofilen, wären ziemlich grenzenlos bei mittlerweile mehr als 400 Millionen Nutzern, die der Dienst erst vor kurzem verzeichnet hat.
Paranoia?
Ich bin eigentlich nicht paranoid bezüglich Web2.0 etc. und sowohl Facebook als auch Google “Fanboy”, wie man auf neudeutsch so schön sagt aber solche Sachen lassen einen schon etwas stutzig werden. Bedenkt man dann noch, dass mittlerweile auch Nicht-Mitglieder in die Datenbank wandern um exakte Freundesvorschläge zu erhalten, die ihnen den Beitritt schmackhafter machen sollen, kann man sich vorstellen welche Dimensionen diese Geschichte annehmen könnte. Wohlgemerkt könnte, denn mein Bauchgefühl muss schließlich gar nichts heißen. Aber Gedanken kann (und sollte) man sich schon einmal machen.
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ich weis nicht ein grosser Freund von Facebook bin ich nun eh nicht, aber wie soll die ganze Sache der datensicherheit da weiter gehen? Mir reicht schon die Wirklichkeit so aus, überall nur noch Kameras jeder Weg von dir kann aufgezeichnet werden, soll das die Zukunft auch im Netzt werden?
Kurz gesagt: ja, sieht so aus. Mir macht dabei weniger die Datensammlerei des Staates etwas aus, denen trau ich noch halbwegs aber das was Privatunternehmen alles so treiben wird immer krasser. Das finde ich schlimmer.