Programmieren wie in den guten alten Zeiten

Programmieren wie in den guten alten Zeiten

25. Februar 2010 |  von Jack  |  Share | 

Meistens spricht ja Opa und Oma von den guten alten Zeiten, als alles einfach besser war. Was genau ist nicht so ganz klar aber irgendwie war es eben so. Beim Programmieren scheint diese Behauptung tatsächlich zu stimmen, wie ich festgestellt habe.

Morgen bricht der letzte Tag meines Praktikums an und da ich eine Programmiertätigkeit inne hatte, mein Arbeitsbericht fertig ist und nicht mehr allzu viel zu tun ist, werde ich morgen einmal richtig “oldschoolmäßig” programmieren. Das habe ich mir fest vorgenommen. Was das heißen soll fragt ihr?

Nun so wie in der guten alten Zeit eben, als ein Programmierer noch richtiges Werkzeug brauchte, Bitschubser war und Bit für Bit auf 0 oder 1 gesetzt hat. Damals eben, als Programmierer noch richtige Männer waren ohne “Undo” und “Redo” für die letzten 1000 Befehle, ohne Entwicklungsumgebung mit “Breakpoints”, Autovervollständigung und farblicher Formatierung, ohne UML, welches den Code mehr oder weniger schon fertig ausspuckt und ohne die Möglichkeit mal schnell passende Codeschnippsel im Internet abgreifen zu können.

Nein, man musste sich schon selbst den Kopf zerbrechen und jeder falsche Datentyp konnte fatale Folgen haben, schlimmer als bei der Ariane 5. Damals als man noch selber seinen ausgestanzten Müll der beim Programmieren in Form von Konfetti anfiel, eimerweise in den Papierkorb bringen musste…

Moment mal, Konfetti? Müll? Papierkorb?

Lochkartenwerkzeug

Lochkartenwerkzeug

Richtig gehört, damals hat man noch solche Tools verwendet. Na, wer kennt so ein tolles Programmierwerkzeug noch? Ich kannte es nicht als mein Kollege mir es letztens gezeigt hat.

So hat man damals in der guten alten Zeit der Lochkarten gearbeitet, ausgebessert und neu codiert. Bit für Bit Löcher gestanzt und die Karten sauber zugeschnitten! Stellt euch mal vor was das bei Geheimprojekten hieß, wenn man einen Stapel Lochkarten fallen lies und diese aus Sicherheitsgründen nicht nummeriert sein durften. Oder bei der letzten Karte sticht man ein Loch zu weit rechts aus. Kann man sich eigentlich nur noch schwer vorstellen wie die Technik damals aussah, oder?

Zumindest ging mein erster Gedanke als ich die kleine Maschine sah nicht in Richtung Programmieren, eher in Richtung Bastelladen. Schon krass wie damals gearbeitet wurde.

Aber auf der anderen Seite oder besser gesagt eine andere Seite betrachtet, geht es uns Programmierern und Ingenieure der “Neuzeit” auch nicht ganz schlecht, wie man auf dem Bild oben sehen kann. Wir haben zwar nicht mehr so coole kleine Helfer mit denen wir angeben können aber dafür tolle Befehle wie “getStringFomrObj()”, was auch nicht ganz schlecht ist. ;)

Über den Autor

Jack ist aktuell Student der Nachrichtentechnik an der Hochschule in Ulm. Er begeistert sich für jede Art von technischer Spielerei und ist ein Internet- sowie Informationsjunkie. In seiner Freizeit fotografiert er gerne, twittert und hält sich nächtelang bei Facebook auf. Mehr...

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Ein Kommentar


  1. Schöner Artikel, vor allem jedoch schönes erstes Foto ;)

    Was mich jetzt noch interessiert ist wie lange “damals” denn her ist. Ich vermute gar nicht mal sooo lang – oder?

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